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Freizeit-Motorrad Dessert Tourentip
Offroadcenter Istrien: 4 Tage Fun am Quad und Jetski
H.Lautner - 23.07.2010
Wir müssen raus, ein paar Tage Urlaub machen und abschalten! Faul am Strand herumliegen ist aber definitiv nichts für uns. Nach langer Suche haben wir schließlich unser Abenteuer gebucht - eine geführte Quad Tour in Kroatien, wo es angeblich richtig zur Sache geht.
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| Hier lässt sich's aushalten! |
Graz - Labin: Ein Katzensprung
Abfahrt um 15 Uhr am Stadtrand von Graz. Bis zu unserem Ziel sind es keine 350km, der befürchtete Urlauberverkehr bleibt zum Glück und mit ein paar Stopps kommen wir schließlich um 21:00 Uhr in Labin an und treffen uns bei einer OMV Tankstelle mit unserem Tourguide Alen. Er bringt uns zu einer tollen Unterkunft, wo wir mit einem ausgezeichneten Essen und dem traditionellen Honigschnaps empfangen werden. Obwohl es uns schwer fällt, gehen wir bald ins Bett, wir müssen ja schließlich fit sein für den morgigen Tag. Gleich nach dem Frühstück fassen wir Bekleidung und Helme aus. Noch verstehen wir nicht so ganz, warum jeder von uns 2 Liter zum Trinken mitnehmen muss, zumal wir ja ohnehin gegen Mittag ein Lokal im Hinterland ansteuern werden.
Tag 1: Learning by doing (Quad) Wir bekommen eine kurze Einschulung auf unsere Leihquads, Yamaha Wolverine mit 350ccm und Automatikgetriebe. Wir fürchten zwar, etwas untermotorisiert zu sein, aber Alen versichert uns, dass die Leistung ausreichend ist. Die Quads sind mit einer Starrachse ausgerüstet und der Drift kann dadurch sehr leicht eingeleitet werden. Wir drehen ein paar Runden vor der Garage und ich versuche mich mit dem Daumengas anzufreunden, was mir nicht gleich auf Anhieb gelingen will. Als eingefleischter Motorradfahrer versuche ich ständig am rechten Griff zu drehen. Alen lacht, sagt nur "learning by doing“ und macht eine unmissverständliche Kopfbewegung Richtung Gelände.
Wir fahren über enge Schotterstraßen, entlang von Feuerschneisen und stehen plötzlich in einer Hügellandschaft aus Sand. Hier können wir uns ans Limit herantasten und lernen wie wir uns im Gelände bergauf und bergab auf dem Quad verhalten müssen. Nach einer guten Stunde im Gelände ist mein Trinkwasservorrat bereits auf die Hälfte geschrumpft, bei guten 35°C überlege ich nun erstmals ob ich nun doch die Urlauber am überfüllten Badestrand beneiden soll. Am frühen Nachmittag die ersehnte Mittagspause, wir stärken uns in einem Restaurant fernab vom Massentourismus. Mit frischen Kräften fahren wir entlang von Straßen aus der Römerzeit, die Idylle kann ich nicht genießen, das Gelände wird immer schwieriger und ich hab alle Hände voll zu tun. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass man in so einem Gelände mit einem Quad fahren kann, aber die Traktion ist unglaublich und das Ding beißt sich jeden Steilhang hinauf. Um unseren Körper vor dem Hitzekollaps zu retten fahren wir die restlichen 20 km zur Unterkunft auf offenen Schotterwegen, genießen den kühlenden Fahrtwind und kommen aus jeder Ecke quer hinaus, das macht so verdammt viel Spaß, dass ich meine Erschöpfung nicht mehr merke. Nach dem Abendessen kommt Tourguide Alen zu uns und wir besprechen den morgigen Tag, er meint wir sind gut unterwegs und könnten morgen mal in das wirkliche Gelände fahren.
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| Kurze Verschnaufpause in pittoresker Dünenlandschaft |
Tag 2: "Richtiges Gelände" Aufgrund der Hitze beschließen wir schon um 7 Uhr zu starten und obwohl mein Muskelkater doch sehr ausgeprägt ist, fühle ich mich heute sehr wohl und vertraut auf meinem Quad. Die ersten zwei Stunden vergehen wie im Flug. Dann eine schwierige Passage, schräg einen Hang entlang, um nicht zu kippen stehe ich seitlich am Quad, so dass ich gerade noch den Gaszug erwische. Irgendwie komme ich mir vor wie der Beifahrer im Seitenwagen von Champion Klaus Klaffenböck, nur das ich Pilot und Co-Pilot in einer Person bin. Nach der Mittagspause fahren wir auf eine Enduro- und Quadrennstrecke, wo jedes Jahr das Akrapovic Offroad Weekend stattfindet. Wir sind allerdings froh, dass wir dort wenigstens eine 8 km lange Runde schaffen und sind anschließend am Ende unserer Kräfte. Wie man dort ein 2 Stunden Rennen fahren kann ist mir ein Rätsel!
Nach dem Abendessen bei Fisch und Weißwein kommt wieder unser Tourguide um den morgigen Tag besprechen. Wir haben uns vorher einstimmig dafür entschieden, morgen eine leichtere Etappe zu fahren. Alen schmeißt aber unsere Pläne über den Haufen und erzählt von der Möglichkeit einer geführten Tour mit Jetski. Jeder bekommt eine Ausrüstung und einen Yamaha Jetski, der Motor auf R1 Basis mit 160PS. Wir willigen sofort ein und fixieren die Startzeit auf 10:00 Uhr.
Tag 3: Jetski-Fun mit 160 PS Schon beim Frühstück brennt die Sonne und ich bin froh, dass ich heute Hitze, Staub, Steine, Wald und eine Schinderei gegen Sonne und Meer getauscht habe. Kaum hatte ich mich an das Daumengas gewöhnt, wieder eine Umstellung: der Jetski reagiert nur auf Bewegungen mit dem rechten Zeigefinger. Nach den ersten 10 Minuten wird klar, auch das wird kein Wellness Ausflug. Die 160PS verlangen den ohnehin schon schmerzenden Unterarmen alles ab. Unser Guide führt uns aus der einsamen Bucht Richtung Insel Cres. Nach zwei Stunden komme ich mit dem Jetski immer besser zu recht. Meine Meinung, dass es nicht besseres gibt als mit einem Quad aus einer Ecke heraus zu beschleunigen muss ich schon heute wieder revidieren. Hier gibt es keine durchdrehenden Räder, keinen Schlupf, 160 PS katapultieren mich unbarmherzig aus der Kurve und zweimal auch vom Jetski. Der am Nachmittag aufkommende Wind sorgt für hohen Wellengang was die Sache um einiges schwieriger macht, aber mittlerweile können wir damit umgehen und nutzen die Wellen als Sprungschanze. Am Ende des Tages hat jeder von uns 50 Liter Benzin und seine letzten Kräfte aufgebraucht.
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| Wir geben's ja zu: Auch wir waren schon dort. Zwar "nur" auf 2 Rädern aber mit mindestens ebensoviel Spaß |
Tag 4: Immer wenn's am schönsten ist ... Am nächsten Tag machen wir noch einen kleinen Halb-Tages Ausflug mit den Quads. Schade, dass es heute nur einen halben Tag geht, ich fühle mich richtig gut, als wäre ich immer schon auf Quads unterwegs gewesen. Am frühen Nachmittag geben wir Ausrüstung und Quads zurück und packen unsere Sachen. Schon im Auto überlegen wir uns einen Termin, wann wir dieses Abenteuer wiederholen können, wir haben uns darauf geeinigt, dass wir bestimmt wieder kommen! Text: Andreas
Fotos: Andreas, Heinrich Ottmann, hl
Infos: www.offroadcenter-istrien.com
MR/hl
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